Seftigen Spiez

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Heute habe ich eine Wallfahrt gemacht. Und ich bin vorbeigelaufen, wo ich schon immer mal hin wollte. Und ich hab etwas Neues entdeckt, was ich eigentlich schon kannte. Und bin viel länger unterwegs gewesen als ich dachte… Aber mal von vorne, Seftigen war mein aktueller Ausgangspunkt und mein Ziel war die Kirche von Amsoldingen. Hier wollte ich nochmal hin. Also die Stockhorn-Kette zu meiner Rechten gebracht und drauf los marschiert, ich hab vorher auf der Karte gesehen, dass ich eigentlich an allen drei Seen, die sich in der Gegend befinden, vorbeikommen müsste. Ich bin an getreidefeldern voller Mohn vorbeigekommen, habe junge Kühe beim Spielen beobachtet und Pferde beim ausgelassenen Galopp über ihre grosse Weide. Das Stockhorn hat sich in der Zwischenzeit mit Wolken verhüllt, es hat – scheinbar – alle dunken Wolken der Umgebung angezogen, so dass bald der ganze Himmel über mir schwarz und bedrohlich aussah. Doch ich wollte weiter, das Stockhorn lag schon etwas hinter mir, wenn es die Wolken noch etwas behalten wollte, käme ich noch trockenen Fusses nach Amsoldingen. Kurz vor dem Uebeschisee hat mich ein riesiges Schild darauf aufmerksam gemacht, dass ich jetzt die gefährliche Militärzone der Thuner Panzerpiste betrete. Aber die vielen Informationen, Listen, Gebiete, Ausnahmen, Wege und Zeiten haben mich so verwirrt, dass ich einfach nur schnell am See vorbeigegangen bin. Ich war schon froh, als ich das Gebiet durchquert hatte und auf der anderen Seite ebenso viele Schilder gesehen habe, die das Ende des gefährlichen Gebiets markierten. Damit war ich schon am Amsoldinger See und bald auch an der Kirche, die mein Tagesziel war. Nach einer ausgiebigen Pause war ich dann so erfrischt, dass ich einen „kleinen Umweg“ auf dem Weg nach Thun nehmen wollte, nicht direkt durch das Glütschbachtal, sondern ein Stück des Jakobswegs entlang. Bei Zwieselberg gings dann sehr steil den Weg

hinunter zum Glütschbach, unter der Autobahn her und wieder nach oben. Da rechts oben hatte ich eine Burg oder so etwas entdeckt, das musste ich mir unbedingt noch anschauen. Also bin ich weiter bergauf gegangen, hab mich über einen alten Mann gewundert, der in so einem Plastik-Ding für Kälber gehaust hat und kam dann am Strättligturm an. Ich hab mich noch gefragt, warum ich hier noch nie war, wo ich doch die Gegen gut kennen müsste und mir viel ein, dass ich im Winter schonmal von der anderen Seite hier oben war. „Wenn ich schon hier bin, dann kann ich auch noch zum Kanderdurchstich“, hier wollte ich schon immer mal hin… Also weiter, und tatsächlich, der Wanderweg ging steil hinunter, über eine Brücke und dahinter wieder hoch nach Einigen. Hier angekommen war ich ungefähr auf der Hälfte zwischen Thun und Spiez und musste mich für eine Richtung entscheiden. Inzwischen bestand die Gefahr – egal wohin ich ging – dass es dunkel sein wird, wenn ich ankommen werde. Ich beschloss, Thun „links liegen zu lassen“ und gleich nach Spiez weiter zu laufen. Die Strecke durch den Rustwald war dann noch recht lang und im Wald wird es noch früher dunkel als auf dem Feld. In Spiezmoos die Bahngleise unterquert, wähnte ich mich schon fast am Ziel, allerdings führte mich der Wanderweg noch den Spiezberg hinauf und entlang, bis ich endlich oberhalb von Spiez wieder herauskam. Da waren es nur noch ein paar Hundert Meter durch den Ort zum Bahnhof. Nach fünf Stunden war es doch etwas mehr als nur ein „kleiner Umweg“ auf dem Weg nach Thun…

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