Röthenbach Schangnau

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So, was mach ich jetzt mit dem angefangenen Sonntag? Nachdem ich gestern nach meiner Schnee Wanderung genug geschlafen hab, bin ich jetzt nach durchgearbeiteter Nacht noch recht fit. Außerdem solltte ich erst heute Abend früh schlafen gehen, wenn ich morgen wieder um 6 Uhr im Büro sein will.

Der Tag ist schon angebrochen, es ist immernoch regnerisch und ich entscheide mich, hmmm… Ich weiß noch nicht, Gümmenen oder Gurnigel? Thörishaus oder Oberburg? Da fällt mir Röthenbach im Emmental ein. So abgelegen, dass ich da nach der Arbeit nicht mehr hinkomme. Also mit dem Zug nach Signau und erstmal eine halbe Stunde aufs Postauto warten. In dieser halben Stunde laufe ich etwas im Dorf rum und wärm mich schonmal auf. Dann gehts mit dem Postauto weiter durch Emmental und die alte Dame neben mir erzählt, wie wenig Häuser zu ihrer Kindheit hier standen. Und ich hielt den aktuellen Stand schon für dünn besiedelt… Aber früher haben hier ja noch weniger Häuser gestanden…

Von Röthenbach aus ging es erstmal steil den Berg hinauf Richtungs Natersalp. Es regnet und es ist grau und wolkenverhangen. Ich muss aufpassen, dass ich auf dem nassen Grad nicht ausrutsche, ich würde unweigerlich in Kuhschei… fallen. Immerweiter bergauf, viel gibts da nicht zu erzählen, ich hab ja nicht viel gesehen. Auf dem Weg kam mir ein Bauer in seinem Auto entgegen, als ich ihm ausgewichen bin, muss ich wohl den Wanderweg verloren haben, denn bei der Scheune oben ging es scheinbar nirgendwo weiter. Weiter oben entdeckte ich an einem Baum etwas gelbes, ich konnte nicht sehen, ob das einfach nur ein herbstliches Blatt oder eine Wanderweg-Raute war. Aber Hauptsache mal bergauf, ich wollte ja auf die Natersalp. Ich hatte richtig gesehen und war bald wieder auf dem Wanderweg, am Waldrand entlang ging es weiter bergauf. Immernoch rutschig, immer noch alles voller Kuhschei… Irgendwann ging es nicht weiter bergauf und ich stand vor einer Pyramide, wie sie überlicherweise die Vermessungspunkte in der Schweiz darstellen. Ich war auf der Natersalp. Gesehen hab ich nicht viel, gerade mal bis zum übernächsten Baum. èder das freie Feld ging es dann weiter und aus dem Regen wurde Schnee. Und mit der freien Fläche kam der Wind. Kalter Wind. Immernoch ohne Sicht… Ich wusste nur, dass ich in einer Gegend ohne éffentlichem Verkehr war, ich musste also auf meinem eingeschlagenenen Weg weiter. Ich hatte zwar schon keine Lust mehr, aber ich musste weiter. Inzwischen ging es wieder bergab, was auf dem rutschigen Gras eine neue Herausforderung war. Schwupp, ausgerutscht und auf den Knien gelandet und die Hose war dreckig. Aufgerappelt und weiter den Weg entlang. Der war das Einzige, an das ich mich halten konnte. Kapuze angezogen, damit der kalte Wind nicht in die Ohren bläst. Die Brille war schon voller Schnee und Wasser, gesehen hab ich eh nichts mehr. Der Herr ist mein Hirte, mir wird an nichts mangeln. Die Hose schon schmutzig und durchnässt, die Regenjacke lässt auch schon durch, meine Kopfhörer und mein iPhone werden selbst in der Innentasche auch schon nass. Immer weiter den Weg entlang, kam ich nach Schallenberg. Aber hier fährt kein Bus, also weiter den Wanderweg entlang. Am Waldrand hab ich wieder kein Hinweisschild für den Wanderweg gesehen, deswegen bin ich am Wald entlang in Richtung der Strasse gelaufen. Auf dem rutschigen Waldboden bin ich dann nochmal ausgerutscht und bin weich gelandet. Jetzt war auch die Rückseite meiner Hose schmutzig und langsam wurde es anstrengend, in kleinen Trippelschritten den Wald hinunter zu gehen. Irgendwann war ich wieder auf dem Wanderweg, hab mich aber dann für die Strasse entschieden, die war nicht so rutschig. Weiter in Richtung Schangnau, zur nächsten Busstation. Die Autos rasen an einem vorbei, selbst bei Regenwetter fahren viele viel zu schnell. Die Strasse entlang, es hat zwischendrin mal aufgehört zu regnen, aber das war auch schon egal, ich war eh schon durchnässt und hab schon gefroren. Wahrscheinlich werde ich mich heute erkälten. Weiter der Strasse entlang, bis ein Wegweiser kam, der Richtung Schangnau noch eineinviertel Stunden veranschlagte. Allerdings nicht der Strasse entlang, sondern übers Räbloch. Also wieder in den Wald, wieder auf rutschige Wege und steil in die tiefe Schlucht aus Nagelfluen hinunter zum Räbloch. Das war eindrücklich, die tiefen steilen Wände aus Nagelflue, durch die sich die Emme schlängelt. Und natürlich hinten wieder steil nach oben, wieder über den rutschigen Waldweg mit all dem rutschigen Herbstlaub. Irgendwann kam ich wieder auf eine Strasse, bald gings wieder über eine nasse rutschige Wiese. Ich war immer noch durchnässt und hab immer noch gefroren. Irgendwann kam ich dann in Schangnau an, ich hatte kaum noch ein Zeitgefühl und wie ich dort ankam fuhr mir gerade das Postauto vor der Nase weg. War auch schon egal… Die folgende Stunde Wartezeit hab ich dann bei einem Tee im Gasthaus verbracht, bis ich das nächste Postauto nehmen konnte. Aber ohne Bewegung in nassen Klamotten war es noch kälter und ich musste noch mit dem Postauto, mit der Bahn und dem Tram nach Hause. Eigentlich viel zu spät kam ich dann unter die Dusche und endlich ins Bett, die „kleine“ Wanderung nach der Nachtschicht war doch etwas länger geraten.

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