La Chaux-de-Fonds Le Locle

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Es leibt noch ein paar Tage frühlingshaft, warm und ohne Schnee, deswegen gehe ich weiter Wandern und nicht für teuer Geld auf braunen Pisten zum Snowboarden. Heute will ich an die Grenze gehen, an die Grenze zu Frankreich. Letztens bin ich schon versehentlich nach La Chaux-de-Fonds gefahren, heute möchte ich das bewusst machen. Damit ich in Neuchatel nicht mit den Zügen durcheinander komme, bin ich über Biel gefahren. Dafür hatte ich einen Regio-Bummler durch die engen Jura Schluchten, so dass ich erst um 11 in La Chaux-de-Fonds gestartet bin. Auf der Suche nach einem geeigneten Weg bin ich an dem kleinen Tiergarten der Stadt vorbeigekommen. Hier hab ich auch den letzten Rest Schnee gefunden, denn selbst hier in der kalten Stadt ist Frühling.
Bergauf aus der Stadt heraus, vorbei an lärmenden Holzabeiten, fand ich bald die Ruhe des Jura. Diese Stille, ab und zu ein Vogel, das Rauschen des Windes, das genieße ich. Verglichen mit gestern scheint der Jura ein paar wenige Grad kühler zu sein, aber auch heute kann ich nur in T-Shirt und Hemd laufen. Ich treffe vereinzelt auf Menschen, hier mal eine Reiterin, die ein Fohlen dabei hat, dort mal eine Joggerin, mal einen Mountainbiker.
Das Schöne hier im Jura ist, dass es keine vorgegebenen Wege gibt. Man geht quer über die Wiesen und orientiert sich am Waldrand an dem nächsten Wegweise. Das erfordert allerdings gute Augen und ab und zu einen Blick auf die Karte.Und man muss natürlich die Lücken in den Zäunen finden, durch die man hindurchkommt.
Dumm nur, dass es im Jura gerade mal ein oder zwei Striche EGDE gibt, das Orientieren mit meiner Karte im iPhone dauert etwas länger. Aber nebst den gelben Wegweisern stehen hier auch Wanderkarten herum, mit denen lässt sich auch gut navigieren. Selbst wenn ich intuitiv in eine andere Richtung gelaufen wäre 😉
In Les Planchettes, einem kleinen Dorf am Abhang des Doubs, hab ich mich gewundert, wie ausgestorben es hier zu sein scheint. Es ist Dienstag Mittag, ich erwarte Kinder, die von der Schule kommen, Mütter, die lecker kochen, Menschen, die arbeiten, aber ich sehe, höre und riehe gar nichts. Total still hier. Nichtmal ein Hund, der bellt. Weiter oben steht ein Postauto und wartet, bis der Chauffeur seine Zeitung fertig gelesen hat, ein weiterer Pöstler kommt dazu zum ratschen. Scheinbar hat es nichtmal Briefe, die hier im Dorf verteilt werden müssen. Alles hier macht den Anschein, als wenn die Besten Zeiten schon lange vergangen sind.
Doch da höre ich etwas: einen Glockenschlag von der Kirche. Ein einziger Glockenschlag, es ist ein Uhr.
Ich bin weiter gelaufen zum Aussichtspunkt auf den Doubs, nach Roche des Moron. Hier ist eine Beiz, allerdings wollte in hier keine Pause machen, hab statt dessen nur schnell die Aussicht auf den Stausee des Doubs genossen. Hier kann man nach Frankreich rübersehen, das Tal schneidet sich steil und tief in den Jura. Fast wie ein unüberwindbarer Graben zwischen der Schweiz und Frankreich. Auf dem Staudamm war auch keine Stasse oder Weg zwischen den beiden Ländern.
Auf dem Weg zurück Richtung Le Locle ging es wieder den Berg hinauf, etwas anstrengend. Aber fürs Schwitzen war es ein wenig zu kühl, vor allem, wenn der Wind ging. Ich hoffe, ich hab mich nicht erkältet. Auf der Suche nach einem Rastplatz habe ich den Wanderweg verloren. Der Loipe entlang in diese Richtug? Oder doch den Fußspuren in jene Richtung folgen? Ich wollte auf der Karte nachschauen, musste aber feststellen, dass hier nur französische Handy Provider verfügbar sind. Und ich hab natürlich kein Datenroaming…
Ich hab einen schönen Platz zum Picknicken gefunden und hab erstmal meine feuchten Klamotten in die Sonne gehängt. Es ist immernoch sonnig, warm, ruhig und ich genieße die Pause hier draußen. Als ich weitergezogen bin, waren meine Klamotten wieder trocken. Nur noch die Schuhe, aber die sind bei diesen Schneeresten und nassen Wiesen eh nur einmal nass heute. Ich hab mich dann für die Richtung der Loipe entschieden und bald auch Straße und Wanderweg wiedergefunden.
Nach einer weiteren Stunde gemütlichen Abstiegs über nasse und matschige Wiesen bin ich dann in Le Locle angekommen. 10 Minuten später fuhr auch ein Zug quer durchs Jura nach Neuchâtel und weiter nach Bern.

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