Albligen Fribourg

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Nach 4 Tagen Snowboarden und immer schöner werdendem Wetter wollte ich an meinem Pausentag die Frühlingssonne pur genießen. Ohne Helm und Skibrille, nicht dick eingepack gegen die Kälte oberhalb 2000 Meter. Das Wetter ist schön, so schön, dass es selbst im Mittelland keinen Nebel hat, der wurde gestern von der Bise weggefegt. So hab ich mich an meinen Endpunkt Albligen aufgemacht und mir die Strecke über St. Antoni und St. Ursen (und nicht Tafers) nach Fribourg ausgesucht.

In Albligen angekommen laufen ich durch den Morgendunst, der langsam von der Sonne vertrieben wird. Es geht hinunter zur Sense, wieder hinauf zur Grasburg. Hoch über der Sense thront diese Ruine, die einst eine große Burg war, in der man sicher gut leben konnte (wenn man den steilen Aufstieg geschafft hat). Zumindest hat man einen tollen Ausblick von hier. Ich mache kurz Rast, hör dem Rauschen der Sense und den Vögeln zu, ich hör sogar einen Specht, und lasse mich von der Sonne wärmen. Ein leiser Wind weht, der das eine oder andere Laubblatt umdreht.

Ich ziehe weiter in Richung Heitenried. Erst den steilen Weg der Burg nach oben, dann am steilen Abhang entlang wieder hinunter zur Sodbachbrücke. Unten am Fluss wollte ich noch einen Blick zurück auf die Grasburg nehmen, aber ich hab sie nicht mehr gefunden. Bin ich schon so viel weiter, dass die Ruine um ein paar Ecken liegt?

Über sie Sodbachbrücke, die über die Sense führt, ging’s in den Kanton Freiburg. Hier bin ich ein Stück des Jakobswegs gelaufen, der mich über Heitenried nach St. Antoni führt. Der Waldboden ist teilweise noch gefroren, es fühlt sich an, wie wenn man Halbgefroreres im Mund mit der Zunge am Gaumen zerdrückt. Und das Eis der Wasserpfützen zerspringt wie Schokoplättchen…

In St. Antoni erkannte ich das Tal Richtung Tafers wieder. Hier erinnerte ich mich, eben nicht dort entlang zu gehen und bin abgebogen und den Seeligraben hochgestiegen. Den kleinen, munteren Bach entlang, der sich in den Sandstein gegraben hat und in einer Höhle weiter oben aus der Decke fließt.

An Alterswil vorbei war ein Wanderwegweiser mit einem roten Aufkleber durchgestrichen: gesperrt. Wie… Gesperrt? Wolang sonst? Ich bin mal weitergelaufen und hab hinter dem nächsten Hügel ein gemütliches sonniges Plätzchen für eine Pause gefunden. Es ist diesig und die Sonne kommt auch nur zaghaft hindurch. Aber streckenweise ist es warm genug, kurzärmlig zu laufen.

Unten an der alten Poffetsmüli stand der nächste Wegweiser, auch er war wieder durchgestrichen. Diesmal hab ich nichtmal einen Weg gesehen, der hier weitergehen soll, also bin ich dem kleinen Waldweg gegenüber wieder den Hang hinauf gefolgt.

So kam ich hinauf nach St. Ursen, wie es eigentlich auch geplant war. Hier schlug die Turmuhr gerade 3 Uhr, als ich ins Dorf kam. Neben der kleinen St. Ursen Kapelle ging der schmale Wanderweg wieder hinunter zum Bach, der „nächste Halt“ ist die Ameismüli. Ich hab also wegen dem gesperrten Wanderweg nichts verpasst. Ich bin auch schon am richtigen Bach, im richtigen Graben nach Fribourg, ich muss eigentlich nur noch dem Wasserlauf folgen. Es ist leider keine Wanderzeit angeschrieben, aber bis zum Einnachten sollte es wohl langen.

Also bin ich den Galterngraben entlang gegangen, aber am Pulvermüli vorbei konnte man nicht, der Wanderweg ging wieder die steile Felswand hinauf und oben entlang, bis man hinter der Mühle wieder herunterkam. Der Weg ging dann bergauf, bergab, mal auf halber Höhe, mal oben und mal unten am Galternbach entlang, während das Tal immer enger und die Felswände immer steiler wurden. Alle paar hundert Meter mündete ein weiterer Bach ein, bald war aus dem kleinen Bächlein ein reißender Fluss geworden, der sich im Laufe der Jahre immer tiefer in den Sandstein gegraben hat. Die Wände sind so steil, dass sich kaum eine Erdschicht darauf halten kann, aber das hindert die Bäume nicht daran, trotzdem an den steilen Hängen zu wachsen. Ab und zu kann es aber passieren, dass die dünne Erdschicht mitsamt dem Wurzelwerk und dem kompletten Baum abrutscht. So sind das ganze Tal entlang überall umgestürzte Bäume zu sehen, die darauf warten, vom nächsten Unwetter mit dem Wasser mitgerissen, zerkleinert und weitergeschwemmt zu werden. Das Tal ist zu einer interessanten Schlucht geworden, durch den ein gut ausgebauter Weg führt.

Am Ende der Schlucht, wenn sich der Galternbach wieder beruhigt, liegt Fribourg. Als erstes sieht man das überragende Münster, danach wird man mit einer Stadtmauer empfangen. Diese passiert, bin ich ein letztes Mal die Wand emporgeklettert, um über die eine Brücke nochmal einen Blick zurück in die Galternschlucht zu schauen und um dann über die Zähringerbrücke und durch die Stadt zum Bahnhof zu kommen. Die abendlichen Sonnenstrahlen schienen mir ins Gesicht, als ich durch die Fussgängerzone von Fribourg lief. Nach 8 Stunden und fast 30 Kilometern war ich endlich am Ziel.

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