Vauderens Palézieux

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Heute will ich meinen etwas ungeschickten Startpunkt wieder verschieben. Nachdem ich letzte Woche in Vauderens abgebrochen habe, musste ich feststellen, dass es doch recht abgelegen ist, was den Öffentlichen Verkehr angeht. Deswegen bin ich heute früh aus dem Büro, über Fribourg, Romont und Palézieux nach Vauderens gefahren (wieder mit dem Bummelzug), was mich mehr als eineinhalb Stunden gekostet hat… Um viertel nach 4 war ich da, es ist inzwischen Sommerzeit, d.h. es wird erst eine Stunde später dunkel, also hab ich genug Zeit, über Oron nach Palézieux zu laufen. Google Maps meint, ich würde dazu 2 Stunden brauchen, aber der Vorschlag führt mich über Autostrassen. Da nehm ich lieber den Wanderweg, den ich beim letzten Mal gesehen und auf der Wanderkarte verifiziert hab.

Zum Aufwärmen ging ich hinauf nach Mossel, das Aufwärmen ging von selbst, es ist sonnig warm für einen Märztag. Oben auf dem Hügel hab ich den Wanderweg gefunden, wäre aber fast schon wieder falsch abgebogen. Gut, hab ich zur Sicherheit nochmal nachgeschaut.

Der Wetterbericht sagt für heute „harmlose“ Wolken voraus, die aber durchaus regnen könnten. Ja, die Quellwolken sind da, sie hängen über dem fernen Jura, über dem Genfer See (zumindest in dieser Richtung) und über den Freiburger Alpen. Rund um mich  herum sind schon Quellwolken, aber für mich ist hier ein Platz an der Sonne reserviert. Es ist herrlich warm, ich kann nicht nur die Ärmel hochkrempeln, sondern tatsächlich mit offenem Hemd laufen. Gut geht ein wenig Wind, sonst wär das fast schon zu warm.

Der Weg führt mich fernab von breiten Straßen über Wiesen und durch Wälder, an einer hölzernen Interpretation der Heiligen Familie vorbei zum Oratoire St. Josef. Von der geht’s weiter durch Wald, hier ist der Weg wunderbar präpariert, zwischen den dünnen, liegenden Baumstämmen wurde Rindenmulch verteilt, so lässt er sich schön weich und federnd gehen.

Zwischendrin musste ich noch telefonieren, Kollegen unterstützen, ein plötzlich doch dringendes Problem zu lösen, das hat mich so sehr abgelenkt, dass ich gar nicht mehr auf meine Richtung geachtet hab. Ich hatte beim Telefonieren auch kein Internet, und so realisierte ich nach dem Gespräch, dass ich dort gelaufen bin, wo ich eben nicht hin wollte. Aber wenigstens bin ich dem Wanderweg gefolgt und hab mich nicht verlaufen.

Die Wolken ziehen um mich umher, jetzt verdeckt eine Wolke doch glatt die Sonne… Macht aber grad nichts, es geht es wieder in einen Wald, die Schlucht des Flon hinunter zur Holzbrücke. Hier steht extra ein Schild, dass maximal zwei Personen die Brücke betreten dürfen. Und wie ich über dieses schiefe Ding rübergehe, stelle ich fest, dass sie schon mit Spanngurten gehalten werden muss… Aber ich schaff es ohne einzubrechen hinüber und klettere die Schlucht auf der anderen Seite wieder nach oben und komme so nach Oron-Le-Châtel. Hier zeigt sich die Sonne wieder und ich kann in aller Ruhe die Burg besichtigen. Ich bin einmal um sie herum gegangen, konnte im dramatischen Wechselspiel von Sonne und hellen und dunklen Wolken interessante Dinge entdecken. Leider kam ich nicht rein, die Burg war geschlossen, dafür hängt am Eingang ein Schild mit so einem modernen QR-Code, den einfach mit dem Handy einscannen kann und  direkt auf die Webseite der Burg weitergeleitet wird. Unterhalb der Burg hab ich noch Schafe mit ihren ganz jungen Lämmern beobachtet, ihre dünnen Beinchen vermochten sie kaum zu tragen und das Mäh-Mäh klingt auch eher wie ein leise geflüstertes Mih-Mih.

Um wieder auf den Wanderweg nach Palézieux zu kommen, musste ich wieder ein Stück zurück, wieder durch die Schlucht, wieder über die wackelige Holzbrücke und danach links abbiegen.

Hier führt ein schmucker, gemütlicher Wanderweg durch die Auen des Flon Baches, bis Oron-La-Ville. Schade, dass man die Burg vom Dorf aus nicht sieht, es stehen zu viele Bäume davor. Nur durch die kahlen Äste und über den Baumkronen kann man das Gemäuer und das Dach erahnen.
Inzwischen sind die Wolken dicker geworden und ganz schön nahe gekommen und jetzt sind sie dunkel. Bedrohlich dunkel. Es wird höchstwahrscheinlich bald regnen. Kaum dass ich das gedacht habe, öffnet sich mein Blick zwischen den Häusern auf die Berge und da fallen schon graue Regenschleier aus den Wolken. Sehr imposant dieser Eindruck, die Sonne steht mir im Rücken, scheint noch kräftig auf das Land um mich herum und ein paar Kilometer weiter tut sich ein graues, dunkles Wolkenspiel auf, welches der Wind auch noch in meine Richtung weht. Ich sollte mich beeilen, wenn ich die Stunde bis Palézieux trocken überstehen will. Ich ziehe also weiter und bald ist die Sonne endgültig hinter Wolken verschwunden. Der Wind bringt die kühle Regenluft aus den Bergen, ich muss doch glatt mein Hemd wieder zuknöpfen… Zur Sicherheit nehme ich mir bei der nächsten Gelegenheit ein Robydog Säckli mit, damit wenigstens mein iPhone nicht nass wird. Staunend ob dem Naturschauspiel mit Wolken und Regen komme ich bald nach Palézieux ins Dorf. Hier gibt es zwar auch einen Bahnhof, aber der interregionale Bahnverkehr macht einen großen Bogen um das Dorf und führt auf den benachbarten Hängen deutlich höher um das Dorf herum. Noch eine halbe Stunde… Das Wetter scheint stabiler zu werden, der Wind bläst den Regen nicht mehr zu mir, dafür laufe ich jetzt in Richtung Regen… An der Broye entlang auf einem Wall zwischen der Broye und einem kleineren Bach. Recht rauscht es, Links rauscht es, da musste ich doch nochmal eine kleine Pause einlegen 🙂
Es geht weiter aufwärts Richtung Palézieux Gare, das hätte ich mir eigentlich denken können… So bin ich am Ende doch noch nass geworden, nicht vom Regen, sondern vom Schwitzen beim Aufstieg.

Aber kaum war ich unter dem Bahnhofsdach von Palézieux angekommen, fielen die ersten dicken Regentropfen und es fing tatsächlich an zu regnen. Der Wetterbericht hatte also recht mit den Wolken und der vorsichtigen Formulierung, dass es noch regnen könnte.

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