Brenzikofen Thun

• Google Earth • GPX • Diashow • RunKeeper

Hof in Brenzikofen

Brenzikofen, Ihr wisst schon, da, wo es letztes Mal dunkel geworden ist, bei der zweiten Schule. Mit der S-Bahn nach Konolfingen und mit dem Lokalzug nach Brenzikofen. Noch hängen die Reste des Hochnebels zwischen den Hügeln. Aber die Sonne lässt immer mehr blauen Himmel durchscheinen. Durchs Dorf hinauf, an schönen hölzernen Höfen vorbei, halb den Hang hinauf Richtung Falkenflue.

Hochnebel in Brenzikofen

Zaghaft vorsichtig, etwas scheu, blinzelt die Sonne mich durch den Hochnebel an. Fast so, als wenn ihr der frühlingshafte Übermut in den letzten Tagen peinlich ist und sie ihre Freude wieder etwas zurück nimmt, sich wieder zügelt, um dem Winter nicht jetzt schon die Schau zu stehlen.

Brenzikofen und Bälliz

Ruhe. Ein Vogel zwitschert. Die Bahn unten im Tal rattert. Durch den Wald. Wieder hinunter. Bir Rotache, die immer noch grün ist, darüber hinweg, links den verschlungenen Waldpfad zum Spittelheimberg hinauf. Plötzlich lag ein umgestürzter Baum über dem Weg. Und oben drauf gleich noch einer.

Versperrter Weg

Er hat ihn wohl umgerissen, das ganze flache Wurzelwerk stand wie ein Teller in die Höhe, bestimmt doppelt so hoch wie ich. Da musste ich drumrum, quer-wald-ein durch ein Dickicht an heruntergefallenen Ästen und Zweigen. Bergan. Knirschend und Knackend, schwitzend einen Fuß vor den anderen.

Spittelheimberg

Spittelheimberg ist auch wieder ein schöner hölzerner Hof auf einer Lichtung, hier fand ich den Weg wieder. Weiter nach oben, durch den Buchenwald auf die Heimbergflue kam ich doch ins Schwitzen. Oben angekommen schien mir die Sonne nun ohne Nebel ins Gesicht. Ich hab zwar nichts gesehen, musste ich aber auch nicht. Die helle Wärme im Gesicht, die Augen geschlossen stand ich da und genoss dass ruhiger werden nach dem Aufstieg.

Meine Fleecejacke dampfte mir den Schweiß vom Körper und ich lauschte den paar anwesenden Vögeln und hörte, wie im nächsten Wald Bäume langsam knirschend gen Boden fielen. Rot-Orange schien mir die warme Nachmittagswintersonne ins Gesicht.

Mit den ständig eintrudelnden Mails wurde mir bewusst, dass Heinz meine Einsatzplanung für meine letzten drei Monate macht und sie erinnerten mich fast im Minutentakt, dass diese Monate mit halber Besetzung im Team deutlich mehr Einsatz von den Verbliebenden bedeutete. Aber ich darf mich nicht beschweren, ich gehöre ja auch zu denen, die unser Team weiter dezimieren.

Heimbergflue

Auf der Heimbergflue oben angekommen war ich über dem Nebel. Ich konnte die laute und hektische Nachmittagswelt unter mir hören, aber wenigstens nicht sehen. Aber die Augen hätte ich schliessen können, die Ohren aber nicht. Also hörte ich und schaute den blauen Himmel und den Nebel. Es war fast so als stünde ich am Meer, wenn nicht die Linie des Längenbergs sich gegen den Horizont abgezeichnet hätte. Die zwitschernden Vögel versüßten mir die Tatsache, dass ich die Ohren nicht verschließen konnte, ein wenig und so lief ich oben auf der Heimbergflue entlang und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

es wird kühl

Als sie sich dann hinter dem Längenberg versteckt hatte und ihre wärmenden Strahlen nicht mehr zu mir schickte, ist es recht schnell kühl geworden. Der Nebel hat mit seiner Feuchtigkeit sehr dazu beigetragen, das es ungemütlich wurde. Aber immerhin müsste ich noch eine Stunde Helligkeit haben, also hab ich meine knallrote Jacke angezogen und bin frohen Mutes weiter gelaufen.

Am Ende der Heimbergflue ging es steil bergab. Der schmale Waldweg ist zwar mit hölzernen Stufen unterstützt, doch viele davon sind morsch und brüchig oder gar nicht mehr vorhanden. So standen oft nur noch die dicken, rostigen Nägel im dichten Herbstlaub, kaum dass ich sie sehen konnte. Und die, die ich sehen konnte, flößten mir gewaltig Angst ein. Ja nicht ausrutschen, ja nicht hinfallen und mit dem Hintern auf so einem Nagel landen… Meine Pfählung wollte ich heute nicht verursachen… Also sehr vorsichtig den steilen Weg hinunter. Je weiter runter ich kam, desto lauter wurde der Feierabendlärm von Heimberg.

Engel in Heimberg

Unten in Heimberg musste ich ein Stück durch den Ort, direkt an der lärmenden Strasse entlang. Auf der Karte hab ich gesehen, dass am zweiten Bach der Wanderweg wieder links hineingeht und mich auf den nächsten Hügel bringt. Doch erstmal über die befahrene Strasse rüber, das Trottoir lag auf der anderen Seite, mit der Karte in der Hand, dass ich den befreienden Abzweig nicht verpasse, dort angekommen wieder über die Strasse und – uff – wieder hinein in den Wald und steil den Hügel hoch.

Riegelhaus

Hier konnte ich wieder den Wanderweg folgen, nachdenken und Schritt für Schritt den Berg hinaufgehen. Dabei hab ich doch glatt die nächste Abzweigung verpasst, als ich das nächste Mal wieder auf die Karte geschaut hab, war ich ganz woanders, als ich eigentlich hin wollte. Also über die Wiese, den nächsten Hügel hinauf und durch den Wald und ich kam zur Brätlistelle vis-a-vis des Stockhorn mit einer tollen Aussicht über die abendlichen Dörfer Heimberg, Schwäbis, Steffisburg und Thun.

Blick vom Siecheboden

Vom See her zog Nebel das Aaretal hinab, nach ein paar Minuten war das Stockhorn verschwunden und die Gegend in einen kaltfeuchten Abend gehüllt. Jetzt werd ich wohl noch langweilig über Teerstrassen nach Thun gehen. Aber ich hab mein Tagesziel erreicht. Ich bin am Siecheboden, hier wollte ich hin. Fröhlich vor mich hinpfeifend gehe ich weiter und nehme die letzten Kilometer Pflichtprogramm unter die Sohlen.

Gelber Dönerstand

Sooo weit war’s dann auch nicht. Thun ist halt schon nur ne kleine Stadt. Das coolste aber: den gelben Dönerstand beim Berntor gibt’s immernoch! Klar musste ich da z’Nacht essen und hab wieder mal gestaunt, wieviel Kebab man da in seinen Döner bekommt. Nach der Sättigungspause bin ich noch gemütlich durch die Stadt geschlendert und mit der S-Bahn wieder heim gefahren.

 

Werbung

hinterlasse Deinen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: