Reichenau Rhäzüns

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Ich mach mich wieder auf nach Rhätien. Meine Wetteralarm App sagt zwar Föhnwinde voraus, ich soll die Fenster schließen, aber ich will trotzdem das Domleschg erkunden. Im lauten Zug voll mit Schülern, die vom Landschulheim kamen, bin ich über Chur nach Reichenau gefahren. Am Walensee waren schon die ersten Schaumkronen vom Föhn zu sehen.

In Reichenau angekommen, war es erstmal windstill und recht warm, fast ein wenig muffig. Bedeckter Himmel, einige Wolken, auch grau. Den Weg nach Bonaduz hab ich mir schon auf der Karte ausgesucht und auch gut gefunden, hier haben mich einige Sonntag-Nachmittags-Sportler gekreuzt. In Bonaduz selber hat mich nicht speziell etwas angesprochen, also bin ich gleich weiter zur kleinen Kirche Sogn Gieri.

Hier hat der Hl. Georg auf der Flucht mit seinem Ross einen so großen Sprung gemacht, dass er es über den Hinterrhein geschafft hat. Und als Dank für die göttliche Unterstützung hat er hier eine Kapelle gebaut. Sie ist mittelalterlich mit grobem Mauerwerk, innen sehr schlicht, es stehen nur Kniebänke und eine Kanzel im Kirchenraum.

Die Wände sind über und über mit Motiven aus Altem und Neuem Testament bemalt. Diese Malereien entstanden im 14. Jhdt und sind immernoch gut zu erkennen. Sie stellen die Bibel in Bildern dar. Der Bevölkerung, die nicht lesen konnte, wurden hiermit die Geschichten aus der Bibel erzählt.

Als ich wieder aus der Kirche herauskam, hat der Wind geblasen und ein paar Tropfen Regen fielen auch schon. Aber bevor ich Abendplanung mache, will ich erst noch nach Rhäzüns. Das Schloss von Rhäzüns kann man leider nicht besichtigen, das hat Christoph Blocher zeitlebens gemietet. Von seiner eigenen Firma, Ems Chemie. Aber die anderen beiden Kirchen hab ich noch besucht.

Das Wetter war unschlüssig, Regen oder zaghafte Sonne? Ich war auch nicht so recht entschieden, was ich machen mag. Vier Stunden hinauf auf die Alp Sut? Oder hinunter zur Seilbahn und nach Feldis hinauf fahren? Oder zurück nach Hause? Ich hatte Schwierigkeiten, mich zu motivieren. Naja, gehe ich mal ein Stückchen Richtung Alp Sut hinauf. Vier Stunden, sagt der Wegweiser… Das hätte ich bei der Planung nicht gedacht, aber wie ich den Hügel jetzt so vor mir sehe, kann ich mir das gut vorstellen. Ich geh mal, so lange ich mag, dann suche ich mir eine nette Stelle zum Übernachten.

Weit hab ich nicht mögen, dann hab ich mich rechts den Hang hinauf in die Büsche geschlagen. War noch mühsam, das ganze Hin- und Her-Gerenne wegen der Leinen, des Dachs, des Schlafsacks, alles am Hang. Das Liegen in der Hängematte ist ja recht stressfrei, auch wenn der Untergrund schräg ist, aber das Lager erstmal aufzubauen ist doch recht anstrengend.

Ich hab mir noch etwas gekocht, dieses Mal hab ich sogar eine Gusseiserne Pfanne mit dabei. Heute gab’s etwas Zwiebel und eine halbe Paprika im ausgelassenen Speck angedünstet, an gebratener Poulet-Brust serviert. Zubereitet auf einem schiefen Baumstamm in einer schiefen Pfanne am schrägen Hang. Nichts konnte ich abstellen und gewiss sein, dass es dort stehen bleiben wird… Die Pfanne ist mir den Berg hinunter gerutscht, das Öl lief immer auf eine Seite, zwischendrin hab ich versehentlich den Speck in die Wiese geworfen 🙂 Ist noch etwas unkoordiniert, aber das wird schon noch. Eine offizielle Feuerstelle wär mir zwar lieber gewesen, gibts aber keine in der Nähe. Hat ja auch so geklappt.

Nach dem Abwasch im nahen Bach bin ich dann recht müde in meine Hängematte gekrochen. Es weht noch ein leichter aber beständiger Wind den Berg hinunter, ich hoffe, der lässt mich diese Nacht nicht frieren.

 

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