von La Rösa ins Val da Camp

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„Nächster Halt: La Rösa.“ das Postauto fährt mich über den Berninapass und der Blick in das Val Laguné sieht heute viel freundlicher aus, als ich es letzte Woche verlassen habe. Die Bewölkung zieht auf, die Sonne kommt wieder raus und für die nächsten Tage ist schönes Wetter angekündigt. Von La Rösa aus erwische ich den „oberen Wanderweg“, wie Renate mir empfohlen hat.

Nach einer halben Stunde am Berghang tut sich eine schöne Aussicht über das obere Puschlav auf, ich setze mich hin und mach „Ankommens-Pause“. Mal wieder Felsen unterm Hintern, nicht immer nur meinen weichen Bürostuhl zu Hause. Und die Aussicht genießen. Rechts vor mir der Berg, auf dessen anderen Seite die Bahn ins Puschlav fährt. Das steile Tal, welches in Terassen abfällt, auf jeder Terasse halten sich ein paar Häuser. Und viel Wald drumherum. Ab und an sehe ich die Strasse, wie sie sich in vielen Windungen und Kehren Richtung Poschiavo schlängelt. Mein Fluchtweg, über diese Strasse komme ich wieder in die Zivilisation. Doch jetzt will ich erstmal ein paar Tage in der Natur des Val da Camp verbringen. Essen und Kocher hab ich mit, wobei ich einen Teil meiner Nahrung sammeln möchte. Ich hab heute schon einen Jäger ausgefragt, ob ich mir Sorgen machen müsste und was zur Zeit gejagt wird. Wenn ich nicht nach Hirsch, Reh oder Gemse aussehe und der Jäger wirklich zweimal prüft, was er erschießen will, brauche ich keine Angst zu haben. Geschossen wird bis abends um acht, am Samstag bis halb neun. Danach ist es eh dunkel. Da bin ich ja ganz froh, dass mein Rucksack blau ist, eine in der Natur doch ungewöhnliche Farbe und ich somit als Mensch auffallen müsste. Dabei hab ich mir gestern erst einen neuen Regenschutz für den Rucksack gekauft in einer „natürlicheren“ Farbe.

Der Bach hinter mir dringt immer mehr in mein Bewusstsein ein, aus der tollen Aussicht über das Tal wird so langsam ein Gespür für den Raum, der hier zwischen den Berghängen aufgespannt wird, so langsam werde ich auch wieder „wetterfühlig“, achte darauf, woher der Wind kommt und wie warm oder kalt er ist. Die „obere“ Bewölkung ist schon verschwunden, es kommen aber noch einzelne graue Wolken in mein Tal geflogen, aber die werden auch immer lichter und sollten sich bis Mittag aufgelöst haben. Je mehr die Sonne das Tal, die Wälder und Wiesen aufheizt, desto mehr Wind. Vorher kam er kühl von den Gipfeln herunter geflossen, inzwischen kommt ein wärmerer Wind vom Tal herauf.

Ich entdecke die Himbeeren zwei Meter links von mir und schnapp mit mal meine Sammeldose. Viel war dort nicht dran, nichtmal eine Handvoll. So langsam ist die Zeit der Himbeeren vorbei, ich finde noch die letzten Beeren, die – inzwischen reif – noch an den Büschen hängen. Doch dabei fällt mir ein, dass ich meinen Sammelsack an den Gürtel hänge. Dann kann ich gleich auf dem Weg dort hinein sammeln. Und das Täschli kommt an die Wanderhose an den Gürtel, damit ich beim Sammeln auch mal den Rucksack abstellen kann. Aber viel hat's nicht mehr gegeben. Ich hab noch ein paar Blaubeeren gefunden, aber die sind heute nicht mein Geschmack. Irgendwie fade, finde ich…

Und um eine Ecke herum stand ich dann im Val da Camp. Der Lärchenwald lichtet sich etwas, macht Bergwiesen Platz. Kühe grasen bimmelnd vor sich hin, es stehen ein paar Häuser herum. Die meisten aber verschlossen. Das Tal entlang schlängelt sich ein doch recht großer Bach mit einem scheinbar natürlichem Uferverlauf.

Ich stöbere durch den Wald und finde Stellen, an denen die Pflanzen die heruntergefallenen Felsen festhält. Das Alter der Bäume, mal schlecht geschätzt, etwa hundert Jahre (keine Ahnung, aber nehmen wir mal an). Vor hundert Jahren kam hier ein Felssturz runter, recht große Brocken sind hier zusammengewürfelt. Und die Bäume und Moose und Gräser und Blaubeeren haben angefangen, über diese Felsen zu wachsen. Haben dabei Äste und Zweige und Nadeln verloren, das sammelt sich alles zwischen den Felsen. Allerdings sind dazwischen immernoch große Löcher und „Höhlen“, aus einigen komm sogar richtig kalte Luft heraus. Das Tückische ist aber, dass diese Löcher recht tief sein können, auch wenn der Waldboden sie verdeckt. Mir ist mal mein ganzer Wanderstab „im Boden versunken“, als ich so ein Loch erwischt hab. Dort mit dem Bein hineingeraten möchte ich nicht, ich würde mir definitiv was brechen. Also hüpfe ich von einem sichtbaren Felsen zum nächsten. Und prüfen den Boden erst, bevor ich irgendwo drauf trete.

An der nächsten Felsbrocken-Baumgruppe halte ich inne und genieße die kleine Aussicht, die sich hier auftut. Eine saftig grüne Feuchtwiese liegt vor mir, neben Gras wächst dort auch Sumpfgras, welches etwas dunkler und etwas höher ist. Zwischendrin liegen ein paar Moos- und Grasbewachsene Felsen, dazwischen schlängelt sich der Bach dahin. Die Lärchen und Arven stehen in nur leicht unterschiedlichem Grün zusammen, ein paar Telegrafenmasten stehen als Totholz mittendrin. Ein leichter Wind weht, etwas kühl von den Bergen und die Sonne scheint wärmend vom Himmel. Eine schief und krumm gewachsene Bergföhre (ihre Nadel sind viel härter) bietet mit ihrem geschwundenen Stamm eine gute Sitzgelegenheit mit Lehne. Von dort aus betrachte ich die Bäume der Umgebung. Die Blätter oder Nadeln der Lärchen sind schon heller Grün als letzte Woche. Ich glaub, so langsam bereiten sie sich aufs Gelb-Werden vor. Und die Arven sind alle in der Form einer Kerzenflamme. Wie Susanna gesagt hat. Und die Bäume, die nicht wie eine Kerzenflamme wachsen, sind auch keine Arven. Dort drüben entdecke ich dann sogar Zapfen, die herunter hängen. Tanne oder Fichte? Bei welcher Art hängen die Zapfen gleich wieder? Hmm, selbst in dem Buch über essbare Pflanzen hab ich's nicht gefunden. Muss ich wohl nochmal Sacki fragen….

Kurz nachdem ich weiter gezogen bin, kam ich nach Terzana, zwei Häusern mit Kuhweiden drum herum. Ich hab niemanden gesehen und auch nicht nach Wasser fragen können. So hab ich nur etwas den Kühen zugeschaut und bin weiter gezogen. Na gut, eine Wespe hat mich weiter getrieben. Jetzt gehts den Hang hinauf, wie ich eben auf der Karte gesehen hab, also Schritt anpassen und nicht zu schnell hinauf. Ein paar Kehren weiter oben kam die nächste Abzweigung. Entweder das Tal hinaus (übermorgen vielleicht) oder wieder gerade am Hang entlang.

Hier kommt die Gegend, die ich mir für die erste Übernachtung ausgesucht habe. Ich kann mir also Zeit lassen, durch den Wald schlendern, die Bäche betrachten, die Felsen bestaunen, die hier Wild verstreut im Grün liegen. Ich sehe viele Ameisen und deren Haufen, ich finde Wachholderbeeren, die ich gleich sammle. Ein wenig hinauf, wieder ein wenig hinab, so ist es gemütlich.

Ich mache Bekanntschaft mit einer zweiten Wespe. Eine Biene kommt vorbei. Und plötzlich finde ich eine Quelle. Ich hab das Rinnsal schon ein paar Meter verfolgt und dann sehe ich einen Stein, aus dem das Wasser herausquillt. Ein kleines Becken davor, suppentellergross etwa und glasklares Wasser. Ich stell meinen Rucksack ab, hol meinen Trinkbecher und degustiere das Wasser. Es riecht nach Fels, fast wie tief drin in einem Bergwerk. Und es bringt die Kälte von dort unten mit. Frisches, klares Wasser. Ich nehme einen Schluck, keine Alarmglocken, kein komischer Geschmack, scheint genießbar zu sein. Ich trinke den Becher aus und fülle meinen Wassersack.

Ich gönn mir noch einen Becher voll und setze mich auf einen Stein. Und beobachte die Quelle. Wie fast unsichtbar sich das Wasser aus dem Gestein schiebt, sich erst sammelt, bis der Teller überläuft. Und dann wuselt und fließt das Wasser dahin, eine kleine Stufe hinunter, sammelt sich wieder in einer Hand voll Loch, fließt weiter, glitzert, gluckert und pritschelt. Wenn die Sonne reinschreint, dann sind die Reflektionen so schnell, dass das ganze Wasser unentwegt zu vibrieren scheint. Und so glitzert und schimmert und vibriert das Wasser weiter, um zwei Steine herum und unter einem kleinen Ast hindurch, an dem Ballen Gras wieder nach links und macht sich so die Wiese entlang auf den Weg nach unten.

Doch ich wollte die Quelle wieder frei machen, hab meinen Rucksack wieder geschultert und bin weiter gelaufen. Nächster Halt: Mittagspause. Ich bekomm nämlich langsam Hunger. Auf dem weiteren Weg bin ich durch eine Senke voller Gesteinsbrocken gekommen. Der eine oder andere hat sogar Schatten gespendet und als ich näher hin bin, hab ich auch wieder das Wild durcheinander gewürfelte Stein-Mikado gesehen. Ein riesiger Felssturz muss das mal gewesen sein, doch die Bäume wachsen mit ihren Wurzeln drumherum und halten die Steine fest. Dann kommen Moose, halten das Regenwasser fest (die kann man ausdrücken wie Schwämme), dann bleibt etwas Erde hängen, Gräser wachsen, mehr Erde bleibt hängen, die Bäume verlieren Nadeln und Äste, dann kommen die Blaubeeren und Preiselbeeren (?), die Ameisen werken fleißig mit und irgendwann ist der Felsbrocken so verwachsen und mit Waldboden überdeckt, dass er scheinbar gar nirgendwohin mehr fallen kann.

Und überall zwischendrin diese Spalten, optisch überdeckt und überwachsen, aber mit einem beherzten Tritt darauf, bricht der untere morsche Ast auch schonmal durch und ich sink knietief zwischen die Felsen. Meint man gar nicht, wenn wenn man über den sanft hügeligen Waldboden so drüber schaut, sieht man halt nur die Moose und die Büsche. Aber ich wollte mich durch das Dickicht durcharbeiten, da vorne ist nämlich ein schöner Stein zu draufstehen und Brotzeit machen.

Und Blaubeeren hab ich gefunden! Fast hüfthoch die Sträucher und oben drauf voll mit Beeren. Einfach so in Greif-Höhe präsentiert auf einem hübschen grünen Busch. Und wieviele das waren, und so dick und groß, die waren auch richtig süß. Da konnte ich nicht einfach vorbei gehen und nachdem mein Sammelbeutel auch immer griffbereit am Gürtel hängt, hab ich mir beim „Kampf durch das Dickicht“ auch gleich noch eine Handvoll mitgenommen.

Dann saß ich auf meinem Mittagspausenfelsen und hatte ein bisschen Aussicht auf den Berg da links und ein Stückchen von dem Berg auf meiner Seite. Und viel Wald. Hier stehen ganz viele Arven und Lärchen herum. Mit ihrem hellen, saftigen Grün und von der Sonne durchflutet ein ruhiger, entspannender Anblick. Die Bäume stehen nur da und machen nichts. Gar nichts. Nur dastehen. Hier rechts von mir, die junge Arve (die ja eigentlich auch schon uralt ist). Steht da und streckt ihre Zweige aus. Ganz ruhig. Sie ruht in ihrer Mitte. Sie macht keinen Wank. Die Lärche dahinter ist schon hektischer. Sie winkt mit einem Ast herüber. Aber auch nur kurz. Die Bäume dort drüben in der Sonne auch. Sie stehen da und tun nichts. Zumindest für meine Augen.

Aber meine Ruhe wird etwas belästigt durch Nasenstubser-Fliegen. Ich hab die auf der Wanderung nach Trin-Mulin schonmal kennengelernt. Die schweben ein paar Zentimeter vor dem Gesicht und wenn sie sich dann endlich mal zu landen getrauen, dann nur auf meiner Nasenspitze. Und kaum sind sie dort, fliegen sie wieder weg und halten konsequent ihren Abstand zu meinem Gesicht. Aber so langsam sammeln sich fünf oder sechs dieser kleinen Fliegen vor meinem Gesicht und es entbrennt ein Streit, wer wohl auf meiner Nasenspitze landen darf. Erst die eine, dann die andere, jeder ist gleich wieder weg, dann kommt die Dritte. Aber nur auf die Nasenspitze, ich kapier das nicht. Für diese kleinen Fliegen ist doch Platz genug auf meinem ganzen Gesicht. *kopfschüttel*

Plötzlich winken alle Bäume, ein leichter Wind kommt auf. Ich lasse meinen Blick über den Wald schweifen und entdecke dabei das Dach der Saoseo-Hütte. Und noch zwei Häuser kurz davor. Dort wollte ich eigentlich nicht vorbei und gehe auf der rechten Seite das Tal hinauf. Unter mir liegt schon ein kleiner See, der eigentliche Saoseo-See dürfte noch knapp eine dreiviertel Stunde entfernt liegen. Mich zieht es weiter, etwas kühl hier im Schatten.

Kurz drauf kam ich in ein Himbeer-Schlaraffenland. Ein ganzes Feld voller Himbeersträucher in der Sonne und über und über voll mit reifen Beeren. Es hat nur eine kurze Zeit gebraucht, bis ich wieder mehrere Hände voll gesammelt hatte. Das gibt ein lecker Frühstück.

Kaum hatte ich mich wieder aufgerafft und wollte weiter ziehen, war ich auch schon am kleinen See ohne Namen. Das Wasser auch hier glasklar und gar nicht tief. Ich könnte locker durch den ganze See (oder Teich) hindurchwaten, würde wahrscheinlich bis zu den Knien nass werden. Das Wasser liegt total ruhig da. Man kann die paar Zentimeter hindurchschauen und am Grund des Wassers liegen allerlei Steine und Äste auf Sand. Wie klar man alles sehen kann! Und da liegen die Steine und alten Bäume im Wasser. Und tun nichts. Gefangen im klaren Nass.

Dann haucht ganz fein der Wind über die Wasseroberfläche, bis sie sich kräuselt. Das lässt das Sonnenlicht in tausenden winziger Wellen brechen und am Grund des Wasser ergibt sich ein faszinierendes Lichtspiel. Dann dreht der Wind, kräuselt das Wasser in die andere Richtung. Einfach faszinierend. Und wie ruhig es auch hier ist.

Am Rand von dem See, wo der Wanderweg entlang geht, liegt ein Felsblock halb im Wasser. Auf diesen setze ich mich und betrachte diese stille Szene am Wasser. Dann schweift mein Blick über den See, gegenüber wachsen Sumpfpflanzen, auf der anderen Seite liegen große Felsbrocken dahingewürfelt.

Diese machen mich neugierig und ich klettere auf ihnen herum. Dass sie teilweise im Wasser liegen, stört weder das Moos, noch das Gras, noch die Bäume, die darauf wachsen. Und diesmal höre ich ganz leise das Wasser plätschern, als Zeichen, dass irgendwo unter diesem „Waldboden“ noch das Wasser ist. Ich hab Wachholder in einer Felsspalte wachsen sehen, direkt über dem Wasser hängend. Ein paar Äste und Zweige, Moos und Erde haben ihm eine Brücke gebaut, auf der er wachsen kann.

Doch hier ist noch nicht mein Hängeplatz, ich klettere aus den Felsen wieder heraus und laufe etwas den Wanderweg entlang. Bald biege ich wieder ab, mich ziehts wieder in den Wald hinein. Über Felsen und an Bäumen vorbei, Schritt für Schritt gehe ich quer durch den Wald. Lärchen stehen etwas zu weit auseinander für meine Hängematte. Lärchen und Arven stehen meistens zusammen, viel zu eng. Und die Bergföhren haben hängende Äste bis weit hinunter an den Boden. Da komme ich nicht an den Stamm hin zum befestigen. Eine Stelle hat mir gut gefallen, zwei Bäume, richtiger Abstand, ein Felsen als Tisch davor, das wär schon schick gewesen. Aber eben, an die Bergföhre bin ich nicht hingekommen.

Also stöberte ich weiter durch den Wald, wollte zu diesem großen Felsen dort vorne. Als ich an der Seite vorbeikam, sah ich dass der Felsen gespalten war. Aber der Spalt war zu eng, um drin liegen zu können. Aber auf den Felsen hinauf geklettert bin ich. Mit der erwarteten Aussicht über das Tal war nicht wirklich was, aber ich hab seitlich am Felsen zwei Bäume gesehen. Wenn ich meine Hängematte dort aufspanne, hänge ich oben über dem Felsen, die Bäume werden nach innen gezogen und lehnen sich am Felsen an. Nachdem man hier erst hochklettern muss, störe ich auch keine Wildwechsel und falls der Bär in der Nähe sein sollte, kommt der auch nicht so schnell an mich heran.

Der Platz gefällt mir. Etwas exponiert, es geht auch ein beständiger Wind. Hängematte spannen war noch ein Balanceakt, oben auf diesem Felsen, mit seiner 1,2 cm starken Moosschicht, die unter meinen Bergschuhen etwas gelitten hat. Spanntest, die Bäume halten. Hineingesetzt, hält, gedreht, Füße hochgelegt. Ahh, bequem. Etwas schaukeln, Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Das ist immer wieder herrlich, sich in die Hängematte zu legen.

Aber der Wind blieb und auch jetzt, mit der Sonne im Gesicht, hat er angefangen, mich auszukühlen. Also erstmal Isomatte eingelegt, dann das Dach abspannen. Das neue Dach ist so groß, das kann ich auf einer Seite bis zum Boden abspannen, der Wind war damit gebremst. Auf der anderen Seite hab ich das Dach hoch an einen Ast gespannt (es stand noch ein Baum neben dem Felsen, etwas weiter weg zwar, aber seine Äste kamen bis zu mir). So hänge ich dort auch im Trockenen und kann auch noch hinausschauen. Als mit das Bündel Leine von einer Tarp-Ecke runtergefallen ist, musste ich mich vorsichtig balancierend bücken und in diesen paar Sekunden war das Bündel voller Ameisen. Hier wuseln echt viele von denen rum. Diese roten Waldameisen. Nicht sonderlich aggressiv, aber ich möchte mich trotzdem nich mit ihnen anlegen. Der ganze Felsen scheint ein grosser Ameisenhaufen zu sein. Aber sie kamen nicht in Massen, vereinzelt spazierten sie über meine gespannte Leine und über das Fliegennetz, aber in die Hängematte hinein haben sie es nicht geschafft. Aber ich gehe mal davon aus, dass sie morgen meinen Rucksack inspiziert haben.

Danach noch meinen Schlafsack holen, dann ist das Lager ganz aufgebaut. Der Schlafsack ist zu Unterst im Rucksack, also diesen erstmal auspacken. das iPad: an die Leine. Mein Badezimmer: an die Leine gehängt. Der Wäschesack, der Beutel mit Essen: an die Leine. Kochset und Geschirr bleiben im Rucksack, der Schlafsack passt schon raus. Drinnen fällt der Rest zwar alles durcheinander, aber da muss ich halt morgen wieder aufräumen. Als ich den Schlafsack dann in die Hängematte gestopft habe, ist mir aufgefallen, dass der Reissverschluss des Fliegengitters auf der falschen Seite ist. Hängematte falsch herum aufgehängt. Aber jetzt ist alles aufgebaut, jetzt mag ich die nicht wieder umhängen. Meine Schuhe hänge ich auch an die Leine, ich hoffe, dann nisten sich die Ameisen nicht gerade in Scharen dort ein. Hin- und reinkommen tun sie, da mach ich mir keine Illusionen. Ich kann von Glück sagen, wenn sie mir nicht ins Bett kommen. Der Rest muss einfach Ameisen-sicher sein.

 

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2 responses to this post.

  1. Posted by Matze on 6. September 2012 at 10:03

    back to the roots: Jäger & Sammler … hoffe Du machst keine Fehler bei den Beeren wie im Film „Into the wild“ , der auf wahren Begebenheiten beruht!!!

    Antworten

    • Keine Sorge, ich pflücke nur Dinger, die ich kenne, die ich im Internet schon „empfohlen“ bekommen habe.
      Die knallroten Beeren, die neben den Blaubeeren wachsen, zum Beispiel. Sind das wirklich Preiselbeeren, also essbar? Oder sind die giftig und deswegen so leuchtend rot? Bis ich das nicht geklärt hab, lass ich lieber die Finger davon.

      Antworten

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