im Nebel an Romont vorbei

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Gegen sieben bin ich wach geworden, es war schon hell. Noch im warmen Schlafsack hab ich mir Wasser gekocht, Tee gemacht und meine letzten Haferflocken aufgequellt. Ich guck mich um, keiner kann mich sehen, ich muss keine Hektik machen. Gemütlich tu ich frühstücken und mach mich nach zwei Stunden auf den Weg. Schon aus dem Wald heraus hatte ich mit dem ersten Matsch zu kämpfen, dann ging’s aber die Wiese hinunter auf den asphaltierten Weg. Es ist nebelig.

Weiter bis Romont, hier wollte ich Pause machen. Ich müsste mal Strom nachtanken und stelle mir so ein geräumiges Café vor, wie in Tafers. Aber in der Altstadt hab ich nur diese winzigen Boulangerien gefunden, in denen ich mich nicht mal trauen würde, mich zur Theke zu drehen, ohne Angst zu haben, mit meinem Rucksack das Regal leer zu fegen. Also hab ich im Supermarkt Brot und Käse gekauft, gelernt, dass es „le pain“, also „der Brot“ heisst, mich in den Innenhof der Burg gesetzt und Brotzeit gemacht.

Es ist frisch, mich ziehts weiter.

Der Tag war nicht spannend zu wandern. Hügel hinauf, Hügel hinunter. Der Nebel hat sich kaum gelichtet, ich konnte nur bis zum nächsten Hügel weit sehen. Zu viele Kirchen, als dass ich sie alle besuchen hätte wollen. Hügel hinauf, Hügel hinunter. Und das meistens auf Asphalt. Hatte ich gar nicht so in Erinnerung. Es war anstrengend und der Rucksack war heute besonders schwer. Fast jede Stunde hab ich Pause gemacht, aber kaum hatte ich einen Schluck getrunken und kurz die Socken ausgezogen, war der Wind auch schon wieder zu frisch. Um mich wieder aufzuwärmen, bin ich weiter gezogen. Hügel hinauf, Hügel hinunter. Zwischendrin hab ich Bärlauch gefunden, nebst Frühlingsblumen. Schneeglöckchen und die blass-gelben, die immer als Büschel in der Wiese auftauchen.

Einen Hügel hinunter stieg ich ins Broye-Tal ab, fast gegenüber von Lucens. Der Ausgangspunkt meiner ersten mehrtägigen Hängemattentour damals. Den Reaktor in Blickweite stieg der Weg zum Fluss hinunter in Richtung Moudon. Mal was anderes als Hügel rauf und runter, aber kilometerlang begradigte Flüsse sind auch nicht grad spannend. Also schleppte ich mich Moudon entgegen, hatte schon gar keine Lust mehr. In Google Earth hab ich allerdings gesehen, dass ein größerer Wald gegenüber von Moudon liegt.

Den hab ich also angesteuert. Hügel hinauf. Am Eingang zu diesem Wald steht eine kleine Hütte, offen aber windgeschützt, an den drei Wänden einfache Bänke. Hier könnte ich zur Not schlafen. Aber der Wald lag noch vor mir und ich träumte immernoch von der Feuerstelle mit genug Bäumen drumherum.

Aber je tiefer ich in den Wald kam, desto mehr wurde mir bewusst, dass sich die Bäume nur mit Müh und Not an diesen Sandsteinklippen halten können. Und viele haben’s nicht geschafft. Als ich über mehrere umgestürzte Bäume klettern musste, wurde mir der Wald zu unsicher und ich bin wieder umgekehrt.

Meine Füsse taten weh, auf dem Rückweg hab ich mit der einfachen Hütte vorlieb genommen. Mein Stromauffüllen werd ich wohl auf morgen verschieben.

 

 

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2 responses to this post.

  1. Posted by Matze on 4. April 2013 at 11:22

    „tu ich frühstücken “ 🙂

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    • Ja. Das „tun“ soll die lange Zeitdauer des „Gemütlich“ unterstreichen. Gesprochen hätte ich den Satz mit viel ü’s in „gemütlich“ 😉

      Antworten

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