stetig bergauf

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Oooch, ich glaub, heute wandere mich mal ein bisschen. Schon lang nicht mehr draussen gewesen und das ständige Hotel- und Stadtleben verweichlicht mich irgendwie. Das nächste „grosse Zwischenziel“ Le-Puy-en-Velay liegt in greifbarer Nähe, nur noch drei oder vier Tage durch ein schönes Naturschutzgebiet und durch eine schöne Landschaft.

In Bourg-Argental breche ich nach dem Frühstück im Hotel auf. Diese Nacht hab ich die dritte Übernachtungsmöglichkeit des Ortes genutzt. Campingplatz, Gästezimmer bei Mme Odouard und jetzt das Hotel. Preislich nehmen sie sich nicht viel, alle um die 35.- €. Der Campingplatz bietet kein Frühstück, Mme Odouard ein recht reichhaltiges, beim Hotel kann man sich’s aussuchen.

Der Frühling ist schon wieder einen Schritt weiter: Die Nadelbäume haben ihre hellgrünen frischen Triebe bekommen. Schön weich und saftig. Wie geputzte Fingernägel strecken mir die Bäume ihre hellen Spitzen entgegen.

Stetig bergan geht der Weg heute, nicht oft steil, aber ständig. Durch schattigen Wald, die Wolken tragen auch zum Schatten bei. Den Kopf voller Gedanken gehe ich die Forststrassen hinauf, beständig, ich hab meinen Rhythmus gefunden. Je höher ich komme, desto kleiner die frischen grünen Spitzen an den Nadelbäumen. Irgendwann fehlen sie dann ganz. Auf 1000 Meter Höhe bin ich schon wieder, ging gar nich mal so streng.

Bei einer Gruppe toter Baumstämme mache ich Rast, lüfte die Füsse und esse einen Apfel, den ich vom Markt unten in Bourg-Argental hab. Ein paar kleine Druckstellen, aber sonst hat er die paar Tage unangetastet im Rucksack gut überstanden.

Die Wolken türmen sich schon, es ist noch viel Feuchtigkeit da oben. Am Nachmittag kam ich oben an, oberhalb von Le Setoux. Hier soll die Hälfte nach Montfaucon sein, diesen Ort hat mir die Dame in der Touristeninfo mit einem Textmarker markiert. Auf der Kopie einer Karte mit der Umgebung. Ich hab eine schöne Aussicht von oben, weit übers Land, weit über die Hügel hinweg. Hoch oben ziehen auch die Wolken dahin, bringen ihre Feuchtigkeit woanders hin. Wind geht auch und ich kann den Wolken zugucken, wie sie gemächlich am Himmel entlang ziehen. Kurze Rast in der Kapelle, dann ziehts mich aber weiter. Jetzt schon aufhören? Nee… So viel Wald wie hier ist?

Internet und Handynetz sind hier draussen in der Pampa (pardon: im Naturpark) etwas Mangelware, deswegen war die Einladung „Liveblog“ heute früh etwas viel versprochen…

Gemütlich geschwungen führt der Wanderweg den Hügel auf der anderen Seite hinunter, vor mir liegt eine geniale Aussicht. Ich versuche, mit die einzelnen Hügel und Formen zu merken, wenn ich jetzt in Superzeitlupe an ihnen vorbei laufe. Täusch ich mich, oder sind das da hinten rechts die Vulkanberge der Auvergne?

Den Wald hier finde ich auch sehr schön. Viele Fichten und teilweise Bergföhren, Ginster dazwischen, auch wenn der hier oben noch nicht blüht, und statt den pieksigen Brombeeren wachsen hier Blaubeeren. Viele viele davon. Und Moose, die den Waldboden schön weich machen. Viele alte Bäume, Stämme so dick, dass ich meine Hängematte kaum drumschlingen könnte. Und ziemlich gross, die Bäume. Der Wind rauscht ganz weit oben, aber hier unten verirrt sich maximal eine kleine Brise. Der Wald hier erinnert mich an zu Hause, er sieht dem Bergwald bei uns recht ähnlich. Von den sanften Hügeln her erinnert mich die Gegend ein bisschen an den Jura. Auch wegen der weiten Aussicht, die ich hier habe.

Das Hinab von dem Hügel war nur die kleine Pause vor dem Hinauf auf den nächsten Hügel. Zwischendrin bin ich mir vorgekommen, wie im Emmental. Ich war umgeben von Hügeln, ich konnte gar nicht mehr sagen, von wo ich gekommen bin. Durch Wald hindurch hinauf, oben auf der Kuppe in der Sonne gelaufen, durch Wald wieder hinunter. Wasser wird knapp, hätte ich doch beim letzten Brunnen auffüllen sollen!

Ich mach nochmal Pause, gönne meinen Füssen den weichen Teppich aus Moos, ess ein Häppchen und breche meine letzte Wasserration an. Dann suche ich mir einen Schlafplatz. Hügel hinunter, wieder hinauf; da oben links am Waldrand. Au ja, tolle Aussicht, beleuchtet von der Abendsonne, auf der Morgensonnenseite vom Wald gelegen, grasbewachsen und stabile Bäume. Hängematte: passt. Aussicht: perfekt. Füsse hochlegen, schaukeln und dem Wind zuhören.

 

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One response to this post.

  1. Posted by Alex on 14. Mai 2013 at 17:22

    Hei i bi grad in korsika ide ferie ( sit eire wuche scho) u cha nume säge du chasch di fest uf die insle freue, es isch hie echt mega schön!!!!!

    Antworten

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