Verschnaufpause in Bastia

Gemütlich ausschlafen, Blog aktualisieren, am Hafen eine Kaffee trinken, mein Paket bei der Post holen, Internet wieder aufladen, einkaufen gehen. Zwei Tage lang stehen administrative Dinge auf dem Programm.

Mit dem Bus bin ich zum Flughafen gefahren, die Ankunft von Heinz am Samstag vorbereiten. Doch die Informationen, die ich bekommen habe, sind erstmal ernüchternd. Vom Flughafen zur Busstation in Richtung Conca fährt nur ein Taxi, das kostet 20.- für drei Kilometer. Oder der Bus nach Bastia (halbe Stunde) und von dort nach Conca, leider hält der Bus nach Bastia nicht dort, wo der andere Bus nach Porto Vecchio weiterfährt.

 

Es könnte allerdings klappen, dass wir den Bus um 14:55 nach Bastia nehmen, der wird gegen 15:30 in Bastia sein. Fünf Minuten Fussweg zum anderen Bus, der dann um 16:00 nach Porto Vecchio fährt. Ob wir in der Zeit schnell zur Gepäckaufbewahrung springen können, ist noch fraglich.

 

Unser Gepäck, was wir nicht rumschleppen wollen, können wir nicht am Flughafen lassen, aus Securitygründen. Es gibt eine Stelle in Bastia, die Gepäck aufbewahrt, kostet 3.- am Tag. Für 14 Tage wären das 42.- Geht eigentlich noch, wobei postlagernd billiger ist. 😉

 

Die Toruisteninfo hat dreimal felsenfest behauptet, es gib in der Nähe keinen Decathlon, trotz der Adresse, die Heinz aus Google herausgefischt hat. Aber ja, den Intersport gibt es. Also bin ich mit dem Zug nach Furiani gefahren, in das grosse Industriegebiet. Den Intersport hab ich gefunden, dort sogar ein passendes Paar Wandersandalen 🙂 Hier hab ich mir auch gleich eine Reisetasche gekauft, dort kommt all mein Gepäck rein, was ich auf dem GR 20 nicht brauche. Beim Bezahlen hab ich einen Schreck bekommen: Die Franzosen scheinen wohl immernoch in Franc zu denken und meine beiden Sachen würden zusammen 571.- Franc ausmachen. Und ich hab nur die Zahlen gesehen. Nein, das kann nicht sein! wollte ich schon einwenden, aber die Kassiererin hat dann auf den Eurobetrag auf der Anzeige gedeutet. 80 Euro, ja schon viel besser 🙂

 

Als ich eh grad im Industriegebiet war, bin ich auch gleich in den riesigen Supermarkt gegangen, vielleicht gibt's dort ja Haferflocken. Aber leider auch nicht. Wenigstens wussten sie etwas damit anzufangen und wussten, dass man die für's Frühstück braucht. Ich bin dann weiter zur Wurst, wollte mir etwas rucksacktaugliches aussuchen, als mich zwei Damen angesprochen haben. Sie haben mir gleich das Regal mit den korsischen Spazialitäten gezeigt, ich sollte unbedingt diesen Lonzu Schinken mitnehmen. Doch der ist sehr hart, ich hab mein Schweizer Sackmesser gezückt und gefragt, ob man den damit schneiden kann. Oui, Oui, kein Problem. Oder diese Saussicon. Die ist auch sehr lecker. Vielleicht Wildschwein? hab ich gefragt, aber das haben sie energisch abgeleht, no no, no sanglier, porc! Keine Ahnung, was die gegen Wildschwein hatten. Und wie die beiden mir eh grad ein lebhaftes Gespräch ins Knie geschraubt hatten, hab ich sie auch gleich nach einem Käse gefragt, der sich ein paar Tage im Rucksack hält. Wohlgemerkt, die beiden Damen waren selber Kundinnen, keine Mitarbeiter vom Supermarkt. Klar, komm mit, sind sie gleich zum Käse-Regal gegangen und haben mir einen korsischen Käse rausgesucht. Der ist aus Schafsmilch? Hmm… Und ein Ziegenkäse? Oui, diesen hier. Hält der sich auch ohne Kühlung? Klar, kein Problem, der ist ja vakuumverpackt und nach dem Anschneiden hält der sich drei, vier Tage. War sehr lustig, mich mit den beiden zu unterhalten (naja, ein paar Brocken Französisch zu stammeln), die waren echt nett und freundlich. Im Gegensatz zu der „offiziellen“ Mitarbeiterin in ihrer grünen Jacke vom Supermarkt. Die hat mich für die Haferflocken zu den Kühlregalen geschickt…

 

Den Nachmittag hab ich dann lesend in einem Strassencafé verbracht, auf Sightseeing hatte ich irgendwie keine Lust. Ich glaub, ich hab langsam schon zu viel gesehen. So langsam muss ich mal wieder ein „normales“, „langweiliges“ Leben führen, damit der Urlaub in fernen Ländern wieder etwas Besonderes ist. Meine Finanzberater haben mir auch geschrieben, dass mein Geld bald alle ist, so langsam muss ich echt mal wieder arbeiten. Aber jetzt freue ich mich erstmal auf den krönenden Abschluss meiner Auszeit, die Wanderung mit Heinz auf dem GR20.

 

Samstag Morgen hab ich mein Hab und Gut, meinen ganzen Besitz, auf dem Hotelbett ausgebreitet und meinen Rucksack für die nächsten zwei Wochen gepackt. Hängematte kann raus, Tarp auch, Poncho brauch ich nicht, die Bücher muss ich auch nicht mehr rumtragen, genauso die Sprunggelenkstütze aus St. Maurice. Wie leicht mein Rucksack plötzlich ist, ich muss Heinz bitten, mir noch das Zelt zu geben 😉 Die Reisetasche mit den nicht gerauchten Sachen ist grösser als mein Postpaket, welches mir zwei einhalb Monate lang treue Dienste geleistet hat. Aber hier, fern der Heimat, hat es ausgedient und landet im Altpapier. Das war auch ein Teil von meiner Reise, mit all den Klebebändern, aufgeschnitten und wieder zugeklebt, teilweise nur mit Tesafilm, und mit den abgerissenen und neu drübergeklebten Adress-Aufklebern kam es mir vor wie ein weit gereister Koffer, mit den eingedrückten Ecken und den vielen Beschriftungen der Poststellen hat es doch einiges mitgemacht. Und dieses Gelb, dieses schweizer-Post-gelb, war in Frankreich immer eine passende Beschreibung auf den Poststellen, es hat immer heraus geleuchtet und so konnten die Pöstler immer mein Paket finden. Fast schon schade, diesen Karton wegtun zu müssen… Aber hallo, Frank, das ist nur ein Stück Karton…

 

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One response to this post.

  1. Posted by Angelika on 1. Juni 2013 at 10:22

    Viel Spass und keinen Schnee die nächsten 14 Tage.Grüsse an meinen Bruder .
    Angelika

    Antworten

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