Palézieux Vevey

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Nach einer Woche Pikett, in der ich nicht zu weit weg wollte (und im Nachhinein doch gekonnt hätte) möchte ich meine Route zum Genfer See fertig laufen. Heute noch wird es schön sein, aber die nächsten Tage soll es wieder kälter und nasser werden.
Bis Palézieux mit dem Zug, die Strecke kenne ich inzwischen auch schon gut, hier bin ich die vergangenen Wochen oft genug hin und her gefahren. Von da an Richtung Süden, die große Swisscom Antenne habe ich schon vom Bahnhof aus gesehen. Die Wiesen sind satt grün und voller gelbem Löwenzahn, für April ist der Sommer schon recht weit fortgeschritten. Es sind deutlich über 20 Grad, den ersten Berg hinauf bin ich sehr ins Schwitzen gekommen, ich war allerdings auch etwas zu warm angezogen. Eine kurze Hose hätte locker gereicht. Während des Aufstiegs hatte ich einen wunderschönen Blick über die Ebene von Palézieux, ich konnte das Dorf erkennen, den Bahnhof, auch Château d’Oron war in der Ferne gut zu erkennen. Diese ganze Strecke bin ich schon gelaufen, wenn man das Gelände kennt, hat man einen ganz anderen Bezug dazu. Vor allem, wenn man das alles von oben überblicken kann.

Die Quartierstrasse zum Mont Chesau hinauf wurde immer steiler, irgendwann stand ein Schild mit 20% Steigung und dem Hinweis auf Schneekettenpflicht 🙂 Als ich oben war, das letzte Stück ging wenigstens durch schattigen Wald, war ich nass geschwitzt. Gott sei Dank ging etwas Wind und so konnte ich wieder abkühlen, als ich den Blick auf die Freiburger und Waadtländer Alpen genoss. Sehr markant sticht der Moleson aus dem Vorgebirge hervor, inzwischen hat auch er seine weiße Winterkappe vollständig abgelegt. Hier auf dem Mont Chesau stehen schöne, starke, alte Bäume, so groß und ausladend, dass man eine Hängematte locker zwischen zwei Ästen aufhängen könnte. Der Blick über den Genfer See, über Vevey, Montreux und den Anfang des Wallis lädt auch zum Verweilen ein. Trotz dem es etwas dunstig ist und ich Lausanne schon nicht mehr erkennen konnte. Doch ich wollte weiter, am Ausflugslokal vorbei, den Mont Pèlerin hinauf. Hier kam ich durch einen ruhigen und stillen Wald. Kein Lärm, keine Straße, nur ein paar Vögel. Und ein Flugzeug, welches in weiter Entfernung dann doch etwas Lärm machte. Weiter hinauf, an den Holzarbeiten vorbei, zum Sende- und Aussichtsturm der Swisscom.

Hier gibt’s einen Selbstbedienungsaufzug, der mich auf die Aussichtsplattform bringt. Kostet 5.- und ist ab April (Glück gehabt) bis 18:00 geöffnet. Noch eine Viertel Stunde. Die Aussicht von hier oben sind die 5.- selbst für diese kurze Zeit wert. Am Ende der Besuchszeit wird man per Tonbandstimme in mehreren Sprachen aufgefordert, die Plattform wieder zu verlassen.

Also mache ich das und ziehe weiter. Den Mont Pèlerin hinunter nach Vevey. Ich kommt durch lichten Wald, suche zum Spaß herumliegendes Feuerholz und bin erstaunt, wieviel davon doch hier herumliegt. Aber was will ich jetzt damit? Und lasse es dort. Bald komme ich in das bebaute Gebiet von Mont Pèlerin Station, geniesse nochmal die Abendsonne, den herrlich weiten Blick über die Weinberge, den grooossen See, die Berge vis-a-vis und die Wärme dieses lauen Sommerabends. Statt mit der Standseilbahn gehe ich (natürlich!) zu Fuß hinunter und bestaune das schöne Winzerdorf Chardonne. Alte Steinhäuser im Abendlicht, warmes Wetter, offene Türen und Fenster, die die Sonne hereinlassen, Menschen, die vergnügt draussen sitzen, duftende Blumen, es ist einfach herrlich. Wie ein Abendspaziergang in den Sommerferien. Allein die Autobahn stört etwas die Idylle, als ich durch den Rebberg hinunter laufe, dem See und dem Bahnhof von Vevey entgegen. Als ich dort angekommen bin, war ich fast vier Stunden unterwegs und auch ein wenig stolz, dass ich’s geschafft habe, von Bern bis zum Genfer See zu laufen.

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